[MCC Köln]

Menschen – Christus – Community

Wenn wir an diesem Tag der göttlich-weiblichen Kraft in besonderer Weise gedenken, dann geben wir dem Pfingstfest seine Wahrheit zurück.

Predigt MCC Köln, 20. Mai 2018
Madeleine Eisfeld

1. Korinther 2,12-16

Pfingsten, wir feiern heute und morgen das Pfingstfest. Wer versteht es? Wer kann heute noch etwas damit anfangen?
Wenn wir auf die Straße gehen und Menschen nach dessen Bedeutung fragen, dürften die Antworten für uns sehr ernüchternd ausfallen.
„Fest der Ausgießung des heiligen Geistes“, so die offizielle Bezeichnung. „Geburtstag der Kirche“ eine andere gängige. Welcher Kirche? Es gibt inzwischen über 400 verschiedene Konfessionen. Es bleibt ein Geheimnis.

Der Text, den wir gerade gehört haben, ist ein Pfingsttext; Paulus versucht, uns seine Meinung darüber zu vermitteln.
Er tut es in der uns nur allzusehr vertrauten dualistischen Auslegung. Hier der Geist Gottes, dort der Geist, den die Welt schenkt.
Auf der einen Seite die Guten, die auf den Geist Gottes vertrauen, auf der anderen die Bösen, die dem Weltgeist anhängen.
Wie kommt Paulus zu solch einer Deutung? Wer hat sie ihm vermittelt? Auf Jesus kann er sich dabei jedenfalls nicht berufen, denn dem war dualistisches Denken völlig fremd. Jesus dachte kontemplativ. Echte Kontemplation und Dualismus schließen einander aus.

Doch dualistisches Denken ist simpel und einfach zu verstehen. Wer möchte nicht zu den Guten, zu den Rechtgläubigen, den auf rechte Weise Lebenden und Liebenden gehören?
Wir sind unterwegs, unser ganzes Leben lang, und die Anfechtungen sind groß. Wie leicht können wir uns verirren in den Labyrinthen des Lebens oder gar zu Fall kommen?
Wie wohltuend es doch ist, eine sichere Kraft an der Seite zu wissen.
Welche Kraft könnte wohl schwerer wiegen als der Geist Gottes? Mit ihm als Verbündeten, da kann kaum noch etwas schief gehen.
Der Geist ist allgegenwärtig, ohne dessen Kraft kann kein Glaube bestehen.
Diese Erfahrung machten bereits die verwaisten Jünger und Jüngerinnen, nachdem Jesus in den Himmel erhoben wurde.
Das Pfingstereignis können wir gleich zu Beginn der Apostelgeschichte nachlesen.
Alle sind sie versammelt, die Apostel, Maria, Jesu Mutter und seine Verwandtschaft. Sie verharren im Gebet, ein Sturmesbrausen kommt auf. In Feuerzungen senkt sich der Geist auf die Beter nieder und erleuchtet sie.
Ab diesem Zeitpunkt sind sie mit der nötigen Kraft ausgestattet, sind vom Geist erfüllt und inspiriert.
So einfach kann das sein. Wir beten inbrünstig um Beistand, und unser Gebet ist so voller Energie, dass wir es schließlich erreichen und den heiligen Geist dazu bewegen, zu uns herabzusteigen, um uns zu erleuchten.
Plötzlich ist alles neu. Auf einmal sehen wir die Welt mit ganz anderen Augen. Wir spüren keine Furcht mehr, und die Alltagssorgen lassen uns kalt. Wie eine zentnerschwere Last fällt es von unseren Schultern. Wir sind frei.
Einfach nur toll! Schöne wäre es! Einigen scheint es tatsächlich zu gelingen, andere hingegen beten ein Leben lang. Vergebens! Der Geist des Herrn will und will sich nicht einstellen. Nicht wenige bringt das an den Rand der Verzweiflung.
Wie kann das sein?
Der Geist weht bekanntlich, wo er will, und lässt sich nicht einfangen und für irgendwelche Zwecke einspannen.
Überall auf der Welt gab und gibt es immer wieder Pfingstereignisse. Überall fühlen sich Menschen vom Geist erfüllt, auf besondere Art erfasst und gestärkt. In allen Kirchen und Konfessionen.
Der Geist ist so stark, dass er starre Mauern niederreißt. Viele protestantische Freikirchen sind auf diese Weise entstanden, immer dann, wenn sie sich ihrer besonderen Geistesgaben bewusst wurden. Sie lösten sich von der Mutterkirche und bildeten eigene Kirchen, typisch protestantisch.
In der katholischen Kirchen beobachten wir ähnliches, dort läuft es etwas anders. Die vom Geist erfüllten Gruppen bleiben für gewöhnlich unter dem Dach der Kirche und bilden autonome Gemeinschaften, typisch katholisch.
Und schließlich gibt es noch das Phänomen der Pfingstkirchen, die sich in fast übersteigerter Weise auf den heiligen Geist berufen und denen in den letzten Jahren ein rasantes Wachstum zuteil wurde. Sie alle zeichnet ein besonders Verhältnis zum heiligen Geist aus, so behaupten sie zumindest. So unterschiedlich diese Gruppen auch sein mögen, eines scheint sie zu verbinden. Den meisten ist es nicht gelungen, den Geist Gottes zu finden. Sie konnten sein, bzw. IHR Wesen nicht erkunden. Sie wähnen sich im Besitz der absoluten Wahrheit, aber sie sind es nicht.

Den heiligen Geist gibt es nicht. Es gibt eine heilige Geistin, die Ruah, die heilige Weisheit.
Und Pfingsten ist ihr Ehrentag. Es ist ihr Fest, das wir an diesem Wochenende feiern.
Wir brauchen uns vor dieser Tatsache nicht zu scheuen und können sie mit gutem Gewissen annehmen.

Wenn wir an diesem Tag der göttlich-weiblichen Kraft in besonderer Weise gedenken, dann geben wir dem Pfingstfest seine Wahrheit zurück. Dann fallen die Schleier von unserem Augen und wir erkennen plötzlich, worum es tatsächlich geht. Dann erst ist uns der Geist geschenkt, der in Wahrheit eine Geistin ist.
Kirchenführer und Theologen aller Kirchen und Konfessionen versuchen nach wie vor, diese Wahrheit mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen, zu verschleiern oder gar zu unterdrücken. Aber es wird ihnen nicht gelingen, die Kraft der Ruah zu bändigen; sie weht, wo sie will, wann sie will, und sie entscheidet, wen sie erleuchtet und wen nicht.
Dagegen ist selbst die Glaubenskongregation im Vatikan machtlos.
Und wer die Ruah mit falschen Pronomen anredet, sollte sich nicht wundern, wenn die heiß ersehnte Antwort ausbleibt.
Ist es nicht ihr Recht, als das betrachtet zu werden, was sie ist?

Der Ruah ergeht es möglicherweise wie uns Menschen. Auch wir wollen als das betrachtet werden, was wir sind, was uns im tiefsten Innersten unseres Herzens ausmacht.

Als ich vor ein paar Tagen ein Bekleidungsgeschäft verließ, vernahm ich plötzlich eine Stimme in meinem Rücken.
„Junger Mann!“ hörte ich da jemanden rufen. Ich reagierte nicht. Warum sollte ich? Ich fühlte mich nicht angesprochen. Ich bin eine ältere Dame, warum sollte die sich umdrehen, wenn da einer „Junger Mann!“ ruft?
Nichtsdestotrotz meinte die Verkäuferin mich. Sie wollte mir nichts Böses. Im Gegenteil! Ich hatte im Geschäft einen Anruf erhalten, nach dem Telefonat mein Handy abgelegt, und vergessen, es wieder in die Handtasche zu packen. Die Verkäuferin wollte es mir bringen. Eigentlich eine gute Tat. Warum aber diese absurde Anrede, die nur zu Missverständnissen führen kann?
Noch mal zum Mitschreiben: Ihr seht eine ältere Dame und wollt etwas von ihr. Ihr ruft: „Junger Mann!“ und erwartet, dass sie darauf reagiert. Sie tut es nicht, und ihr seid möglicherweise noch verärgert darüber. Warum? Welche Logik steckt darin, eine ältere Dame mit „Junger Mann“ anzureden?
Es ist nicht nur die falsche Anrede. Es ist die Art des miteinander Umgehens! Wir behandeln einen jungen Mann anders als eine ältere Dame. Haben wir einen jungen Typ vor uns, können wir salopp verfahren, ihm mal kameradschaftlich auf die Schultern klopfen, etc. Mit einer älteren Dame gehen wir in der Regel respektvoller und würdiger um. So zumindest sollte es sein.

Ähnlich könnte es auch im Bezug auf die heilige Ruah zugehen.
Auch sie ist eine in die Jahre gekommene, reife Dame. Wenn ihr auch der Zahn der Zeit nichts anhaben konnte und sie ihre Kraft und Stärke, ihre Schönheit und Sinnlichkeit, ihre Anmut und Würde und vor allem ihre Weisheit zu keiner Zeit verloren hat. Sie ist ein zeitloses Wesen, aber trotzdem uralt.
Sie war von Anbeginn der Zeit,
sie schwebte bereits über dem Urozean, als die Welt noch nicht geschaffen und der erste Mensch noch nicht einmal erdacht war.
Welch geballte Macht an Energie.
„Wer über die Geistkraft verfügt, kann über alles urteilen und ihn selbst aber kann kein anderer beurteilen.“ So erkennt Paulus richtig.
Die heilige Weisheit kann uns, wenn wir es verstehen, ihre Zeichen in rechter Weise zu deuten, in Sphären eines universalen Wissens führen.
Wir lernen plötzlich viel leichter und unkomplizierter und verstehen es, in größeren Zusammenhängen zu denken. Wir sehen Dinge, die anderen verborgen bleiben. Es gelingt uns, unser Herz für grenzüberschreitende Liebe und Mitgefühl zu öffnen. Wir fühlen uns tief geborgen und ausgeglichen und spüren eine Freude, wie sie die Welt nie zu schenken vermag.
Wir sind gar nicht mehr fähig, unserem Nächsten etwas Böses zu tun, dann, wenn die Feuerzunge unseren Geist erhellt.

Viele Menschen wähnen sich vom Geist getroffen und geben vor, erleuchtet zu sein. Doch nur wenigen wurde diese Gnade tatsächlich zuteil.
Doch woran erkennen wir nun, dass ein Mensch wirklich erleuchtet wurde?

Jesus gibt uns einen stichhaltigen Hinweis, den wir auch heute jederzeit anwenden können.
„An ihren Taten werdet ihr sie erkennen!“ Damit ist alles gesagt. Große Worte machen kann jeder und jede, aber das rechte Tun, dann, wenn es darauf ankommt, das vermögen nur die vom Geist erfüllten. Nur ihnen wohnt die Gabe der Unterscheidung inne. Nur sie blicken über den Tellerrand und denken ganzheitlich. Nur ihnen ist es möglich, den Schleier zu lüften, der uns trennt von der Unendlichkeit, wenn auch nur bruchstückhaft.
Daraus leiten sie ihr Handeln ab.
Ein Handeln, das bestimmt ist von Liebe und Mitgefühl, vom selbstlosen Dienst an unserem Nächsten, ein Leben, das auf Harmonie und Verständigung setzt, nicht auf Hass und Zwietracht.
Die Ruah wirkt auf ganz unterschiedliche Weise. Zum Beispiel in den berühmten spontanen Bekehrungen, die wie ein Blitz über den Betreffenden kommen. Plötzlich ist sie da, die Erkenntnis, von einem zum anderen Augenblick.
Wir alle hatten sicher schon einmal solcherlei Erlebnisse, in der Natur beim Betrachten eines gigantischen Bergmassives oder beim Anblick der blutroten Sonne, wenn sie am Abend in ihr Wolkennest steigt. Manchmal sind es auch intensive Träume, die etwas Entscheidendes in uns auslösen.
Der heilige Franziskus hat es erlebt, die Ruah hat ihn gerufen, mitten auf der Straße, während er als ganz junger Mann mit seinen Kumpels gerade von einer feucht-fröhlichen Runde kam. Ganz unspektakulär. Auf einmal wurde ihm bewusst, dass all sein Tun und Trachten fehlgeleitet war. Er befand sich gerade an einem Wendepunkt in seinem Leben. Wie sollte es mit ihm weitergehen? Er war in den Krieg gezogen und schwer erkrankt nach Hause zurückgekehrt. Lange dauerte seine Genesung. Wie würde sich sein Leben in Zukunft gestalten? Als reicher Kaufmann, so wie sein Vater? Als Ritter, so wie er es sich seit seiner Kindheit wünschte? Nichts dergleichen. Ein Bettler, er würde ein Bettler sein. Barfuß und in eine braune (möglicherweise graue) Kutte gekleidet.
Heimatlos, schutzlos, ohne Besitz, immer unterwegs, ruhelos umherwandern. Verzichten auf all jene Dinge, die das Leben leichter und angenehmer machen. Arm, aber frei. Für Franziskus gehörten diese beiden Attribute unabdingbar zusammen.
Radikaler hat keiner versucht, die frohe Botschaft ins Leben zu transformieren. Am Anfang machte er sich zum Gespött der Einwohner von Assisi, wenn er in den Gassen bettelte und predigte. Angepöbelt, verlacht und verhöhnt, bespuckt und herumgeschubst, mit Pferdeäpfeln oder gar Steinen beworfen. So einen kann man doch nicht ernst nehmen. Der und vom Geist Gottes erfüllt? Lachhaft! Der verwöhnte Jüngling aus reichem Elternhaus, stets auf eine teure und hochmodische Garderobe achtend, dem sein bürgerlicher Stand nie gut genug erschien und der bisher stets nach Höherem strebte. Jetzt hat es ihn erwischt. Der hat doch den Verstand verloren. Wer geht schon freiwillig und ohne triftigen Grund als Bettler auf die Straße? Doch da gab es etwas, das die Menschen gleichsam in den Bann zog. Zeitgleich mit der Verachtung kam die Neugierde. Was steckte wirklich dahinter? Könnte es sich am Ende womöglich doch um den heiligen Geist handeln?
Aus Verachtung wurde Achtung, aus Neugier Begeisterung. Aus Begeisterung Verehrung.
Schließlich wurde Franziskus zur lebenden Ikone. Weder vor noch nach ihm hat ein Heiliger je wieder ein solches Charisma entwickelt, und es wirkt bis heute ungebrochen, wenn wir mit ihm konfrontiert werden.
Die Ruah hatte Wohnung in ihm genommen und erfüllte ihn. Franziskus wurde christusmäßig. So sehr, dass er der Legende nach sogar dessen Wundmale am Körper trug.
Mit Franziskus beginnt eine neue Zeitepoche. Durch sein Wirken wurde ein ganzes Jahrhundert nachhaltig geprägt. Viele lang verschlossene Türen hat er, teils unbewusst, geöffnet.
Er lebte mit den Armen und stellte sie in den Mittelpunkt seines Handelns, damit forderte er die triumphalistische Machtkirche heraus und stellte deren Prunksucht in Frage.
Er liebte die Natur und fühlte sie als seine Schwester. Ganz neue Töne, wenn man an die Weltverachtung bedenkt , mit der fromme Einsiedler vor ihm durch das Leben gingen. In jedem Wesen, ob Tier oder Pflanze, ja sogar in Steinen, im Wasser, in der Erde, sah er Gottes Präsenz. Wenn das keine vollendete Naturmystik ist. Franz von Assisi war seiner Zeit um Jahrhunderte voraus.
Natürlich dürfen wir es mit der Glorifizierung nicht allzu weit treiben, er blieb dem mittelalterlichen Denken, das ihn zutiefst prägte, bis zu seinem Tod verbunden. Er lebte vor 800 Jahren, das dürfen wir nicht vergessen.
Als am 13. März 2013 die Wahl eines neuen Papstes verkündet und der Name, den er sich erwählt hatte, bekannte gegeben wurde, glaubte ich mich zunächst verhört zu haben. Ein Papst, der sich Franziskus nennt? Der Mann hat Mut, schoss es mir durch den Kopf.
Ist es nicht verwunderlich dass es in den zurückliegenden fast 800 Jahren seit Franz von Assisis Heiligsprechung kein Papst gewagt hat, dessen Namen anzunehmen? Den Namen eines der beliebtesten und berühmtesten Heiligen überhaupt?
Franziskus, das ist nicht einfach ein Heiligenname, Franziskus, das ist Programm.
Ich kann mich nicht Franziskus nennen und in einem Palast wohnen. Die Tatsache, dass der derzeitige Papst in einer Zwei-Zimmer-Gästewohnung lebt und sein Essen in der vatikanischen Kantine einnimmt, kommt diesem Anspruch entgegen.

Franziskus ist Beispiel gebend für viele, die ähnliche Erfahrungen mit der Kraft der Ruah erlebten.
Sie durchdringt uns, ihre Lebenskraft ist wie ein nie versiegender Quell ewiger Freude.
Wenn? Ja, wenn wir in der Lage sind, aufmerksam zu hören, und bereit, ihrem Ruf zu folgen, wenn er an uns ergeht.
Hätte Giovanni Bernardone, so der bürgerliche Name des Franz von Assisi, den Ruf der Ruah überhört und stattdessen ein Leben als Kaufmann geführt, wäre die Welt um einiges ärmer.

Wir können uns auch täuschen und Stimmen, die in unser Bewusstsein dringen, für das Wirken der Ruah halten, obgleich sie es gar nicht ist.
Einer, dem es so erging, war der frühere US-amerikanische Präsident George Bush jr.
Bush ist „wiedergeborener Christ“, so nennt sich eine Bewegung von Menschen in den USA, die sich ebenfalls als besonders vom heiligen Geist inspiriert und gerufen fühlen.
Plötzlich beginnen sie ihr Leben radikal zu ändern, in den überwiegenden Fällen nach schweren Lebenskrisen, und orientieren sich vollkommen neu. Sie entdecken die Bibel und schließen sich Kirchengemeinden an. Nicht selten rutschen sie dabei in extrem konservatives und fundamentalistisches Fahrwasser ab.
Auch George W. Bush wagte nach langen Krisenjahren einen Neuanfang. Er wurde zum eifrigen Beter, der sich seine Instruktionen direkt vom heiligen Geist holt, so zumindest behauptet er.
Jeden Tag steht er um 4 Uhr morgens auf und betet bis 6 Uhr, ein rigoroses Leben. Eines Tages am Beginn seiner Präsidentschaft hört er eine Stimme. „Beginne einen Krieg! Rüste weiter auf! Setze deine Armeen in Bewegung! Krieg gegen Afghanistan, dann gegen den Irak.
Ich stehe an deiner Seite! Die anderen sind die Bösen! Ich gebe dir meinen Segen für ein massenhaftes Töten.“
Bush wähnt sich im Recht, er tut es. Lügen werden in die Welt gesetzt über angebliche Massenvernichtungsmittel, um ein militärisches Eingreifen zu rechtfertigen.
Krieg, Zerstörung, tausende Tote Soldaten, abertausende Tote Zivilisten, zerstörte Städte, verbrannte Erde. Massenflucht, Elend. Letztendlich die Verantwortung für Terrororganisationen, die infolgedessen entstehen und ihr blutiges Werk beginnen.
Wir wissen nicht, wem die ominöse Stimme gehörte, die George W. Bush die Anweisung für einen brutalen Krieg gab, die heilige Ruah war es mit Sicherheit nicht.

Welches Symbol hat der heilige Geist? Richtig, es ist die Taube. Und welches Symbol verbinden wir mit dem Frieden? Ebenfalls die Taube. Ist es Zufall, dass wir für die Ruah und der Frieden ein und dasselbe Symbol verwenden? Ich glaube kaum; beide sind auf Ewigkeit mit einander verbunden.
Die Göttin, die Ruah, segnet den Frieden, aber niemals den Krieg. Aus ihrem Reich ist der Krieg verbannt, nein mehr noch, sogar der Gedanken daran.
Bush hat sich geirrt.
Doch er ist damit keinesfalls allein, viele sind ihm vorausgegangen, etwa Papst Urban II, als er im Jahre 1096 zum ersten Kreuzzug aufrief. Ebenso viele werden ihm nachfolgen in ihrem Irrtum.
Die Zeit, in der wir leben, ist dem Reich der heiligen Ruah diametral entgegengesetzt. Die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft haben ihr Herz für ihr Wirken verschlossen.
Statt ihrer beten sie lange schon zu einem brutalen Kriegsgott, den sie eigens dafür erschaffen.

Doch nicht nur die große Weltpolitik liefert Irrtümer. Der Alltag, der uns täglich umgibt, genügt schon, wenn wir überlegen, wofür das Wirken Gottes, das Wirken des heiligen Geistes, alles verantwortlich gemacht wird, obgleich es sich dabei in Wirklichkeit einzig und allein um menschliche Unzulänglichkeiten handelt.
Wenn wir mit schwulen, lesbischen oder transidenten Lebensweisen ein Problem haben, können wir uns einfach auf die Eingebung des heiligen Geistes berufen. Das nimmt uns die Verantwortung für all den Hass, den wir in uns tragen.
Und sollten schwule Männer, lesbische Frauen oder Transgenderleute selbst vom heiligen Geist berührt werden, dann ausschließlich, um sie zu veranlassen, von ihrer schändlichen Lebensweise abzurücken, um sich fortan brav der heteronormativen, bipolaren Lebensweise anzupassen.

Ich gehe davon aus, dass kaum einer von euch diesem Unsinn auf den Leim geht.
Im Reich der Ruah gibt es viele Wohnungen, dort ist genügend Platz für alle.
Selbst der Geist, den die Welt gibt, hat dort ein zuhause gefunden. Wen wundert`s? Auch der Weltgeist ist von Gott. Ohne Gottes Zutun könnte er nicht existieren. So wie alles auf der Welt.

Wie heißt es doch in einem alten keltischen Sprichwort:

„Wir alle kommen aus der Göttin und zu ihr kehren wir zurück. Wie Tropfen fließen wir zum Ozean!“

AMEN

 

 

Comments are currently closed.