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Konsens (= „das allerseitige Einverständnis erwachsener Menschen zu gemeinsam ausgeführten Handlungen“) in Gemeindeleben und Liturgie?

Impuls MCC Köln, 19. Oktober 2025
Jair

1. Thessalonicherbrief, Kapitel 4

Es ist immer spannend, wenn ich gefragt werde, zu predigen. Dann schlage ich meine Bibel auf und guck, wo ich in den letzten Jahrzehnten etwas markiert habe, denn dann schien mir das mal wichtig zu sein.

Also kommt der 1. Thessalonicherbrief, Kapitel 4 auf den Prüfstand.

Der wird eine Herausforderung für mich, sowohl, was die Verse 1-8 angeht, als auch das anschließende Thema Bruderliebe. Ich habe 6 Geschwister. Zwei Leibliche, vier Angeheiratete. Und dazu ist heute meine Mutter mit im Raum und sie hat Geburtstag. Ich hoffe ich finde die richtigen Worte.

Meine Überlegungen galten ein bisschen dem Tag der deutschen Einheit, vor allem aber meinem Beitritt in diese Gemeinde,

denn in den Versen 9 – 12 steht passend:

9 Was aber die Geschwisterliebe betrifft, so habt ihr nicht nötig, dass man euch schreibt, denn ihr seid selbst von Gott gelehrt, einander zu lieben; 10 das tut ihr ja auch gegen alle Geschwister in ganz Mazedonien. Wir ermahnen euch aber, Geschwister, reichlicher zuzunehmen

11 und eure Ehre dareinzusetzen, still zu sein und eure eigenen Geschäfte zu tun und mit euren Händen zu arbeiten, so wie wir euch geboten haben,

12 damit ihr anständig wandelt gegen die draußen und niemanden nötig habt.

Ist das nicht ein dickes Lob? Dennoch weiß ich auch, nur weil ich das so erlebe, muss das nicht auf alle anderen zutreffen. Mal abgesehen, dass wir nicht in Mazedonien sind, diese Gemeinde ist selbstständig und fragt sich trotzdem regelmäßig, wie man selbstständig bleibt und auch sich selbst treu.

Die Bruderliebe kommt aus dem goldenem Gebot:

„Liebe deinen nächsten, wie dich selbst.“ Mt. 22,39 –

„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (3. Mose 19,18)

„Das ist ein Befehl!“ (Schlägt mit der Faust auf den Tisch)

anarchistische Schlaufüchse sagen dazu gerne: „Ich hasse mich. Also kann ich jeden anderen hassen.“

Da möchte ich entgegenhalten: an jede Person die heute hier ist: Nö. Tust du nicht. Du hast es geschafft, hier anwesend zu sein. Das ist eine Leistung.

Ich kenne das von mir selbst, wenn ich nicht aufstehen kann, Ich habe Hunger, ich habe Durst, ich muss aufs Klo, und dennoch will ich mich nur noch selbst genügen, wohlwissend dass mir das nicht gut tut, ich bleibe im Bett liegen und mir was zu essen zu machen oder aufzustehen wird immer schwieriger. Sich um sich selbst kümmern. Manche schöpfen da Kraft aus der Verantwortung für eine Partnerschaft oder ein Kind, oder eine Pflanze. Und auch da weiß ich aus eigener Erfahrung wenn ich dann mal nein gesagt habe zu anderen, zu Terminen, aus Kraftlosigkeit.

Da möchte ich das Gebot umdrehen. Liebe dich selbst, so wie deine Nächsten. Das muss ich mir selbst sagen.

Wir erfahren dazu im Thessalonicherbrief Vers 1 – 8.

1 Übrigens nun, Geschwister, bitten und ermahnen wir euch in dem Herrn Jesus, da ihr ja von uns ⟨Weisung⟩ empfangen habt, wie ihr wandeln und Gott gefallen sollt – wie ihr auch wandelt –, dass ihr ⟨darin noch⟩ reichlicher zunehmt.

2 Denn ihr wisst, welche Weisungen[1] wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesus.

[2]Hurererei / [3]weibl. Körper / [4]

3 Denn dies ist Gottes Wille: eure Heiligung, dass ihr euch von der Unzucht[2] fernhaltet,

4 dass jeder von euch sich sein eigenes Gefäß[3] in Heiligung und Ehrbarkeit zu gewinnen weiß,

5 nicht in Leidenschaft der Begierde wie die Nationen, die Gott nicht kennen;

6 dass er sich keine Übergriffe erlaubt[4] noch seinen Bruder in der Sache übervorteilt, weil der Herr Rächer ist über dies alles, wie wir euch auch vorher ⟨schon⟩ gesagt und eindringlich bezeugt haben.

7 Denn Gott hat uns nicht zur Unreinheit berufen, sondern in Heiligung.

8 Deshalb nun, wer ⟨dies⟩ verwirft, verwirft[5] nicht einen Menschen, sondern Gott, der auch seinen Heiligen Geist in euch gibt.

Ich möchte mich jetzt nicht an den einzelnen Worten aufhängen, wie jetzt Personen benannt werden, denn mit Gefäß ist das griech. Wort synonym auch Gerät im übertragenen Sinn für den menschlichen Leib oder auch für die Frau gebraucht worden. Und in diesem Kontext ist die Gewinnung von Lebensabschnittsgefährten gemeint, jedenfalls weisen darauf diverse Bibelübersetzungen hin.

und da will ich alle abholen, die aufgrund dieser Stellen Dinge vorgehalten wurden, wie: Dein Leben ist Sünde, das macht man so nicht, da ist Mann und Frau gemeint, Einzahl…

Wie gesagt, ich möchte vom den gesamten Text festhalten: „Gottes Wille ist: Das du deine liebste Person, deine liebsten Personen in Heiligung und Ehrbarkeit zu gewinnen weißt“ Von Freundschaft über die Familie über die Verwandschaft über Beziehungen –

Du bist nicht zur Unreinheit berufen, sondern zur Heiligung. Und als jemand, der das nur vom Hörensagen mitbekommt von Lebenseinstellungen wie „swingen“ oder „Rotlichtviertel“ oder konservativ „gleichgeschlechtliche monogame Beziehung“, ein Wort ist mir dort häufiger begegnet als in der Bravo:

„Konsens“.

Das allerseitige Einverständnis erwachsener Menschen zu gemeinsam ausgeführten Handlungen.

Vers 6 greift das schön auf:

„Dass er sich keine Übergriffe erlaubt“ In anderen Übersetzungen und Übertragungen steht: „Dass der Mensch seine Geschwister nicht betrügt und nicht übervorteilt“

Und hier möchte ich wieder verweisen auf die Gemeindesatzung, die Entstehung, das Miteinander, das wiederkehrende ausloten und reflektieren:

Ich kann spüren, dass hier dieser Brief gelebt wird. Zumindest für 2 Stunden. Und dafür möchte mich bedanken und gerne dazu beitragen.

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