[MCC Köln]

Menschen – Christus – Community

Gott begegnen

Predigt MCC Köln, 23. März 2014
Matthias Fritsch

1. Könige 19, 9c-13a: „Elia will aufgeben“

9c »Was tust du hier, Elia?«
10 Elia antwortete: »Ich habe dem Herrn, Gott, dem Allmächtigen, von ganzem Herzen gedient. Denn die Israeliten haben ihren Bund mit dir gebrochen, deine Altäre niedergerissen und deine Propheten getötet. Ich allein bin übrig geblieben, und jetzt wollen sie auch mich umbringen.«
11 Da sprach der Herr zu ihm: »Geh hinaus und stell dich auf den Berg vor den Herrn, denn der Herr wird vorübergehen.« – Zuerst kam ein heftiger Sturm, der die Berge teilte und die Felsen zerschlug, vor dem Herrn her. Doch der Herr war nicht im Sturm. Nach dem Sturm bebte die Erde, doch der Herr war nicht im Erdbeben.
12 Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer, doch der Herr war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer ertönte ein leises Säuseln.
13 Als Elia es hörte, zog er seinen Mantel vors Gesicht, ging nach draußen und stellte sich in den Eingang der Höhle. Eine Stimme sprach: »Was tust du hier, Elia?«

1. Könige 19, 9c-13a

Von Gott geliebte Gemeinde,

Elia war auf der Flucht vor Isebel, einer Baalsanhängerin. Er hatte vorher alle Baalspriester umgebracht und nun wollte Isebel ihn töten. Er floh vor ihr durch die Wüste, wollte sterben, wurde aber von einem Engel getröstet und mit Essen versorgt und ging 40 Tage und Nächte bis zum Berg Horeb. Dort versteckte er sich in einer Höhle. Hier beginnt der heutige Predigttext.

Gott spricht zu Elia »Was tust du hier, Elia?«. Nachdem ihm Elia sein Leid klagt sagt Gott ihm, er werde an ihm vorübergehen. Er wollte sich ihm sozusagen offenbaren. Wir schauen uns an wie Gott dies gemacht hat:

<Präsentation: Sturm der Felsen zerteilt, Erdbeben, Feuer, Leises Säuseln>

Naturgewalten. Alles was groß und Mächtig ist, Sturm, Erdbeben, Feuer. So stellt sich der Mensch gerne Gott vor. Aber Gott war nicht im Sturm, er war nicht im Erdbeben, er war nicht Feuer. Gott war im leisen Säuseln. Im Lufthauch er war sozusagen in der Stille.

Als die Juden auf den Messias warteten, wollten Sie einen „echten“ König, vielleicht sogar einen Kriegsherrn, der sie endlich von ihren Feinden, den Römern befreit, voller Macht. Aber sie bekamen Jesus, der alles andere als ein Kriegsherr war, der gerne allein in die Wüste ging und durch das Land zog ohne ein echtes Zuhause.

Es gibt heute so viel Kriege, Gewalt und Unrecht auf der Welt. Sollte Gott dies nicht mir seiner Macht, seiner Allwissenheit einfach beenden. Er kann doch Wunder tun und alles auf einen Schlag anders machen. Aber was tut er stattdessen. Tut er überhaupt was? Ja, vielleicht schenkt er manchmal Trost, vielleicht kleines Glück. Vielleicht einen Moment der Ruhe für Verfolgte, aber er könnte doch alles viel besser machen.

Wie kann ich mir bei all dem sicher sein Gott zu begegnen?

Elia war sich sicher, als er nach all den mächtigen Zeichen die Stille bemerkte. Er verhüllte sein Angesicht erst als er das leise Säuseln hörte, Stille, Ruhe. Die Stille war heilig. Das leise Säuseln, der sanfte Lufthauch, war heilig.

Es ist nicht immer Gottes Art mit schallenden Trompeten eine Mauer einzureisen, so wie damals in Jericho. Auch so etwas passiert, aber es passiert nicht sehr häufig. Aber er offenbart sich oft, im Stillen, im Kleinen. Ich bin der Überzeugung man kann lernen dies zu hören und zu sehen.

Ich hatte einen Bekannten der bekam einen Tumor. Man gab ihm noch wenige Monate zu leben. Viele Menschen beteten für ihn. Im Frühjahr diesen Jahres ist er gestorben. Man kann nun sagen – warum hat Gott ihn nicht geheilt? Wo ist Gott. Man kann aber auch sagen, Gott hat aus wenigen Monaten noch mehrere Jahre gemacht, die er noch leben durfte, denn er lebte noch 3-4 Jahre nach der Diagnose. Gottes Plan war es ihm noch mehr Zeit zu geben als die Ärzte prophezeiten. Wer weiß wofür diese Jahre gut waren. Am Ende entschied er selbst keine weiter Therapie mehr zu wollen.

Es gibt viele solche und so ähnliche Geschichten.

Gottes Wirken und Gottes Sprechen zu uns ist oft anders als wir erwarten.

Da fiel mir ein Gedicht eines unbekannten Verfassers ein:

Ich habe um Kraft gebeten
– und er hat mir Schwierigkeiten geschickt, damit ich stark werde.
Ich habe um Klarheit gebeten
– und er hat mir Probleme gegeben, die ich lösen musste.
Ich habe um Wohlergehen gebeten
– und er hat mir einen Körper und Geist gegeben, den ich zähmen musste.
Ich habe um Mut gebeten
– und Gott gab mir Gefahren, die ich überwinden musste.
Ich habe um Liebe gebeten
– und Gott gab mir Personen zur Seite, die meine Hilfe brauchten.
Ich habe um Gefälligkeiten gebeten
– und Gott schenkte mir Möglichkeiten.

Nichts von all dem was ich erbeten hatte, habe ich erhalten – aber doch alles, was ich nötig hatte.

Gott zeigt sich oft anders, als wir denken. Wir denken an Sturm und Feuer, er an einen sanften Lufthauch. Dies kann aber auch Bedeuten, dass wir Gott in der Stille besonders gut begegnen können. Jesus ging oft in die Wüste, auf Berge oder in Gärten um mit Gott zu sprechen. Wer möchte darf die folgenden 3 Minute nutzen um darüber nach zu denken, wo uns Gott begegnet ist, wo er gewesen sein könnte auch wenn wir es nicht erwarteten oder wir ihn gar nicht bemerkt haben. Ich werde dazu ein leises Säuseln abspielen, was den Moment den Elia dort erlebte vielleicht etwas deutlicher macht. Ich schließe die Stille Zeit mit einem Gebet ab.

3 Minute Stille

Gebet:
Gott gibt uns was wir brauchen, so wie du es für richtig hältst. Schenke uns Ruhe um dir zu begegnen. Lehre uns dich in den kleinen und den großen Wundern zu erkennen. Dein Wille geschehe. Amen.

 

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